CT-gestützte Schmerztherapie 2019-05-20T16:24:23+00:00

CT-gestützte Schmerztherapie

Kontrolle der Nadellage bei einer schmerztherapeuthischen Injektion an der Lendenwirbelsäule
Kontrolle der Nadellage bei einer schmerztherapeuthischen Injektion an der Halswirbelsäule

Die CT-gesteuerte Schmerztherapie dient der Behandlung von Beschwerden, die zum Beispiel aufgrund von Bandscheibenvorfällen oder knöchernen Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule auftreten.
Diese Veränderungen führen unter anderem zu mechanischen Entzündungen der Wirbelgelenke und/oder einer Reizung der Nerven (Segmentnerven), die Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule mit Ausstrahlung in Arme oder Beine verursachen können.
Im Rahmen der nichtoperativen Therapie von Wirbelsäulenerkrankungen, spielt diese Art der Behandlung in Kombination mit anderen Therapiemaßnahmen (Physiotherapie/Muskelaufbau) eine wichtige Rolle.

In Abhängigkeit von der Diagnose und des bildgebenden Befundes (MRT/CT) wird unter CT-Kontrolle eine dünne Injektionsnadel direkt bis an die Beschwerden auslösende Region der Wirbelsäule geführt.
Nach Überprüfung auf korrekte Lage werden schmerzstillende Medikamente, zum Beispiel Bupivacain und Kochsalzlösung, injiziert. Zusätzlich kann ein kortisonhaltiges Präparat, zum Beispiel Lipotalon, Triamcinolon oder Volon A, an gereizte Nerven oder Zwischenwirbelgelenke appliziert werden.
Bitte beachten Sie, dass nach der Injektion durch die Gabe des Lokalanästhetikums eine Fahruntüchtigkeit von mindestens zwei Stunden besteht.
In der Regel werden zunächst zwei CT-gestützte Injektionen im Abstand von einer Woche an der Wirbelsäule durchgeführt und in der nachfolgenden Sprechstunde, ca. eine Woche nach der letzten Injektion, das weitere Vorgehen, je nach Wirksamkeit der Therapie, besprochen.

Bitte vereinbaren Sie einen Termin in unserem MVZ in Berlin-Hellersdorf.

Da eine CT-gestützte Schmerztherapie nur im Rahmen eines multimodalen Schmerzkonzeptes möglich ist, ist es notwendig eine Überweisung von einem qualifizierten Arzt (spezielle Schmerztherapie) zu erhalten. Nähere Informationen dazu erhalten Sie von unserem Personal an der Anmeldung und in der Wirbelsäulensprechstunde.

Am Untersuchungstag bringen Sie bitte folgendes mit:

• bei Einnahme von Blutverdünnern und Absetzung ebendieser: Zustimmung des behandelnden Arztes
• ein großes Badehandtuch
• kommen Sie, wenn möglich, in Begleitung, da Sie zwei Stunden nach der Untersuchung nicht am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen dürfen
• alternativ können Sie die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen

Sollten Sie unter folgenden Erkrankungen leiden:

• Diabetes mellitus
• Magengeschwüren
• grünem Star (Glaukom)

oder blutverdünnende Medikamente nehmen,

konsultieren Sie bitte Ihren überweisenden Arzt oder die Ärzte unserer Wirbelsäulensprechstunde, ob eine CT-gestützte Schmerztherapie trotz dessen bei Ihnen durchgeführt werden kann.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Bei etwa 80 % der Patienten kommt es unter dieser Behandlung zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden bis zur völligen Symptomfreiheit.
Die Wirkung hält nicht nur während der Therapiedauer an, sondern zeigt bei Nachkontrollen auch noch nach Jahren anhaltende Wirkung. Voraussetzung hierfür ist eine Serientherapie, d. h. mehrmalige Behandlungen im zeitlichen Abstand unter strikter Einhaltung der Strahlenschutzbestimmungen (Röntgenverordnung) und nachfolgend eine zielgerichtete Stabilisierung der Wirbelsäulenmuskulatur im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie.

Beachten Sie, dass die Behandlungsverläufe sehr unterschiedlich sind und dass mit den Injektionen zunächst weder die Bandscheibenvorfälle noch Abnutzungserscheinungen oder Wirbelgleiten beseitigt werden können. Die Nervenreizungen sind also bei Belastung, die Ihnen schon früher Beschwerden gemacht haben, jederzeit möglich.

Durch diese minimal-invasive und wenig belastende Behandlung kann bei bestimmten Krankheitsbildern ein operativer Eingriff vermieden werden.

Der Vorteil der wirbelsäulennahen Spritze im Vergleich zu Medikamenten oder einfachen Spritzen liegt darin, dass die Medikamente in die unmittelbare Nähe des Schmerz- Geschehens injiziert werden und so in hoher Konzentration wirken, ohne den Gesamtorganismus wesentlich zu belasten.

Im Allgemeinen bessern sich die Schmerzen bereits nach der ersten Injektion für mehrere Stunden, oft auch für einige Tage. Wenn es gelingt, den Teufelskreis von „Schmerzen – Anspannung der Muskulatur – Schmerzen“ zu durchbrechen ist eine längerfristige Besserung der Beschwerden möglich.

Sollten Sie unter folgenden Erkrankungen leiden:

• Diabetes mellitus
• Magengeschwüren
• grünem Star (Glaukom)

oder blutverdünnende Medikamente nehmen,

konsultieren Sie bitte Ihren überweisenden Arzt oder die Ärzte unserer Wirbelsäulensprechstunde, ob eine CT-gestützte Schmerztherapie bei Ihnen durchgeführt werden kann.

Ernste Komplikationen wie zum Beispiel Blutung, Infektion oder die Verletzung von Organen, sind bei diesem Eingriff sehr selten. Ebenso wie bleibende Lähmungen als Folge von Blutergüssen, Infektionen oder Nervenverletzungen.
Das Betäubungsmittel kann bei Einspritzung in Gefäße Krampfanfälle und in seltenen Fällen auch lebensbedrohliche Herz- und Kreislaufreaktionen verursachen. Nebenwirkungen können Hautveränderungen (häufig am Körperstamm), Zyklusstörungen bei Frauen, sowie Magenbeschwerden (insbesondere bei empfindlichen Personen) sein.
Das Thrombose- und Embolie-Risiko kann steigen. Bei Patienten mit begünstigenden Faktoren, wie zum Beispiel Übergewicht und Diabetes, können Blutzucker- und Blutdruck- schwankungen auftreten.